Das musst du bei deiner Motorrad-Tour ins europäische Ausland beachten
Wichtig: kein Anspruch auf Vollständigkeit und Aktualität, keine Gewähr!

Hier noch 2 kleine Nachträge zu Frankreich:
1. Crit´Air:
Auch Frankreich hat eine Umweltplakette und erkennt andere nicht an. Die Crit'Air (offiziell Certificat qualité de l'air) klassifiziert Fahrzeuge anhand ihres Schadstoffausstoßes in verschiedene Kategorien und ist in ganz Frankreich für das Befahren von Umweltzonen verpflichtend.
Wichtig: Du solltest die Plakette NUR auf der Wesbite des französischen Umwelt- und Verkehrsministeriums kaufen, um Betrügern aus dem Weg zu gehen:
https://www.certificat-air.gouv.fr/
2. Bip & Go:
Eine Mautstelle mit dem Motorrad zu passieren, artet schnell in Stress aus: anhalten, Handschuhe ausziehen, Portemonnaie rausfummeln, Karte oder Geld entnehmen, dem stark blendenden Bildschirm Anweisungen in einer fremden Sprache entnehmen, Karte oder Geld fallen lassen ...
Ich nutze seit einigen Jahren Bip & Go, wenn ich in Frankreich, Spanien, Portugal oder Italien (extra Tarif!) unterwegs bin.
Du legst ein Konto dort an und erhältst einen kleinen Tansponder, der jede Mautschranke in den genannten Ländern wie von Geisterhand heben kann - oft musst du dafür nicht einmal anhalten!
Deine Mautgebühren werden im Monat nach deiner Rückkehr in einer Summe abgerechnet.
Für Monate, in denen du keines der Länder bereist, fallen auch keine Gebühren an.
Meine Meinung: ein toller Service zu einem fairen Preis.
Einige Besonderheiten gibt es bei unseren Nachbarn in Österreich, die wir hier extra aufgeführt haben.
Wie du vielleicht weißt, gilt in Tirol ein parzielles Fahrverbot für Motorräder, deren Standgeräusch eine Lautstärke von 95 dB übersteigt -
und das tun viele, v. a. hubraumstarke Modelle schon im Serientrimm, ohne jedes Tuning!
Dieses Laustärke-Fahrverbot ist saisonal geregelt und gilt in jedem Jahr vom 15. April bis zum 31. Oktober im Bezirk Reutte (Außerfern) sowie für den Übergang zum Bezirk Imst.
Konkret sind folgende 6 Strecken(abschnitte) für Bikes mit über 95 dB Standgeräusch komplett gesperrt:
- B199 – Tannheimerstraße: Von Weißenbach am Lech bis nach Schattwald (Staatsgrenze zu Deutschland).
- L21 – Berwang-Namloser Straße: Das komplette beliebte Namlostal von Bichlbach bis Stanzach.
- B198 – Lechtalstraße: Von Steeg (Landesgrenze zu Vorarlberg) bis Weißenbach am Lech.
- L72 – Hahntennjochstraße (2. Teil): Von Pfafflar bis zur Passhöhe des Hahntennjochs.
- L246 – Hahntennjochstraße (1. Teil): Von der Passhöhe des Hahntennjochs hinunter bis Imst (Kreuzung Vogelhändlerweg).
- L266 – Bschlaber Straße: Von Elmen bis nach Pfafflar.
Wichtige Ausnahme für deine Routenplanung: Die stark frequentierte Fernpassstraße (B179) ist von diesem Lärm-Fahrverbot nicht betroffen und darf von allen Motorrädern befahren werden.
Und wenn du trotzdem dort fährst?
Das ist nicht zu empfehlen, die Polizei führt regelmäßig Schwerpunktkontrollen durch und die Strafen haben es in sich:
Bei einem Verstoß droht eine Organstrafverfügung (Bußgeld) in Höhe von 220 Euro.
Aber mit dem Bezahlen ist der Spuk noch nicht vorbei. Die Polizei spricht für die gesperrte Strecke ein sofortiges Fahrverbot aus. Du wirst höflich gebeten umzukehren und das Gebiet auf direktem Wege über erlaubte Straßen zu verlassen.
Woher weißt du, ob dein Motorrad unter die 95-dB-Regelung fällt?
Es zählt ausschließlich der amtlich eingetragene Wert im Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung Teil I). Die Polizei misst vor Ort im Regelfall nicht nach, sondern schaut nur in die Papiere.
Sieh in deiner Zulassung unter U.1 (Standgeräusch in dB) nach: Steht dort eine 96 oder höher, ist die Einfahrt auf den oben genannten Strecken verboten – selbst wenn das Motorrad komplett serienmäßig ist und alle EU-Zulassungen besitzt.
Hinweis zu Oldtimern: Bei ganz alten Motorrädern steht hinter der Zahl im Schein oft ein "N" (für ältere Messverfahren). In diesem Fall rechnet die österreichische Behörde pauschal 21 dB hinzu (z. B. 75N + 21 = 96 dB), womit auch solche Maschinen dann leider unter das Verbot fallen können.
Ach, und noch etwas.
In Österreich gibt es auf einigen Autobahnen (z. B. auf der A12 im Inntal oder A14) sogenannte IG-L-Zonen (Immissionsschutzgesetz-Luft).
Wenn dort die elektronischen Schilder wegen dicker Luft z. B. "100" anzeigen, gilt das auch für Motorräder – selbst wenn darunter steht "gilt für Elektrofahrzeuge ausgenommen".
Wer hier zu schnell fährt, zahlt keine normale Tempostrafe, sondern eine saftige Umwelt-Verwaltungsstrafe, die deutlich teurer ist!
So, aber nun zu den ganz normalen Regeln für Motorradfahrer in Österreich:


Wie oben in Bezug auf Frankreich schon erwähnt: In Frankreich, Spanien, Portugal und Italien (extra Tarif!) nutze ich seit Jahren den Maut-Dienstleister Bip & Go, von dem ich sehr überzeugt bin.
Du legst ein Konto dort an und erhältst einen kleinen Tansponder, der sich in den genannten Ländern vor jeder Mautschranke zu erkennen gibt. Ein kurzer "Bip", und du kannst passieren - oft musst du dafür nicht einmal anhalten!
Deine Mautgebühren werden im Monat nach deiner Rückkehr in einer Summe abgerechnet.
Für Monate, in denen du keines der Länder bereist, fallen auch keine Gebühren an.




